Die Adipositas und ihre Auswirkungen auf das Gesundheitssystem
Gesundheitsschutz

Die Adipositas und ihre Auswirkungen auf das Gesundheitssystem

Über die Hälfte der Deutschen sind übergewichtig, ein Viertel leidet sogar unter Adipositas. Das bedeutet nicht nur enorme psychische, physische und soziale Belastungen für die Betroffenen, sondern stellt auch eine enorme Herausforderung für das Gesundheitssystem dar. Umso wichtiger ist es, geeignete Präventionsansätze und Therapiemaßnahmen zu entwickeln, um die hohen Kosten, mit denen sich die Krankenkassen zunehmend konfrontiert sehen, zu senken.

Volkskrankheit Adipositas

Adipositas ist eine chronische Erkrankung, deren Entstehung von vielen verschiedenen Faktoren abhängt. Oft ist es eine Kombination aus genetischer Anfälligkeit, Überernährung und Bewegungsmangel, die zu Fettleibigkeit führt. Zur Bestimmung von Übergewicht orientiert sich die Weltgesundheitsorganisation am Body-Mass-Index (BMI). Bei normalgewichtigen Menschen liegt dieser Wert zwischen 18,5 und 24,9. Bei einem BMI zwischen 25 und 29,9 spricht man von Übergewicht. Überschreitet der BMI diesen Wert noch, gilt eine Person als adipös. Extreme Adipositas liegt vor, wenn der BMI höher als 40 ist. Dabei ist ein solch extremes Übergewicht schon lange keine Seltenheit mehr. Alleine in Deutschland sind rund 1,4 Millionen Menschen davon betroffen.

Über die Hälfte der Deutschen ist übergewichtig, rund ein Viertel gilt sogar als adipös. Erschreckende Zahlen, die die Handlungsbereitschaft der Mediziner fordern.

Über die Hälfte der Deutschen ist übergewichtig, rund ein Viertel gilt sogar als adipös. Erschreckende Zahlen, die die Handlungsbereitschaft der Mediziner fordern.

Adipositas und ihre Folgen: Herausforderung für das Gesundheitswesen

Ein alarmierender Wert, der ein sofortiges Handeln erfordert, schließlich schränken die mit der Adipositas assoziierten Folgeerkrankungen nicht nur die Lebensqualität der Betroffenen enorm ein, sondern sind auch häufig der ausschlaggebende Grund für eine Arbeitsunfähigkeit. Allen voran ist hier Diabetes zu nennen. Auch die Entstehung bestimmter Krebsformen oder Herz-Kreislauf-Störungen wird nachweislich durch extremes Übergewicht gefördert. So sinkt die Lebenserwartung adipöser Menschen insgesamt. Die Kosten für die Behandlung von Adipositas und ihren Folgeerkrankungen stellen eine hohe Belastung für das Gesundheitssystem dar und fallen jährlich doppelt so hoch aus wie die Folgen von Alkoholkonsum. Neben diesen direkten Kosten, die für Prävention, Therapie und sonstige Pflegemaßnahmen anfallen, sieht sich das Gesundheitswesen zusätzlich mit den daraus entstehenden indirekten Kosten konfrontiert, die einen erheblichen Teil der Ausgaben im deutschen Gesundheitssystem ausmachen. Indirekte Kosten entstehen, wenn Erkrankte als Arbeitskräfte ausfallen, was sich negativ auf die Volkswirtschaft auswirkt.

Mangelnde Unterstützung bei der Therapiefinanzierung

Trotz dieser erschreckenden Erkenntnisse ist nach wie vor umstritten, ob es sich bei Adipositas tatsächlich um eine Krankheit handelt. Viele Ärzte und Krankenkassen betrachten diese nur als Lebensstilproblem oder Risikofaktor, der die Entstehung anderer Erkrankungen begünstigt. Dadurch bedingt hatten Patienten oft Schwierigkeiten, Unterstützung bei der Finanzierung einer durchgängigen, langfristig angelegten Therapie zu erhalten. Bislang wurde lediglich die Therapie der Folgeerkrankungen, nicht jedoch die Therapie der Adipositas selbst finanziert. Im Vergleich zu anderen europäischen Ländern fiel das Angebot an ganzheitlichen, nachhaltigen Therapien in Deutschland dementsprechend als stark verbesserungswürdig auf. Hinzu kommt, dass die bislang verfolgten Präventionsansätze und Therapiemaßnahmen nur selten erfolgreich endeten. So konnten nachweislich nur rund 15% der Adipositaspatienten eine Gewichtsreduktion auch nach Beendigung einer Therapie halten. Bei dem Rest der Betroffenen stellte sich der berühmte „Jo-Jo-Effekt“ ein.

Die Folgen der Adipositas für das Gesundheitssystem sind verheerend. So fallen die Kosten für die Behandlung, insbesondere der Begleiterkrankungen, doppelt so hoch aus wie bei den Folgen von Alkoholkonsum.

Die Folgen der Adipositas für das Gesundheitssystem sind verheerend. So fallen die Kosten für die Behandlung, insbesondere der Begleiterkrankungen, doppelt so hoch aus wie bei den Folgen von Alkoholkonsum.

Metabolische Chirurgie als Chance

Die jüngste Aktualisierung der S3-Leitlinie „Chirurgie der Adipositas und metabolischer Erkrankungen“ gibt nun jedoch Grund zur Hoffnung. Diese berücksichtigt nämlich erstmals auch die metabolische Chirurgie und ermöglicht Betroffenen eine einfachere und patientenorientiertere Kostenübernahme, wenn diese zur Verbesserung des Stoffwechsels eine Magenoperation anstreben. Dabei greifen Chirurgen auf zwei Verfahren zurück, die sich langfristig gesehen als äußerst erfolgreich im Kampf gegen die Adipositas erwiesen haben. Bei der Magen-Bypass-Operation wird der Magen durch einen Teil des Dünndarms überbrückt und so die Nährstoffaufnahme vermindert. Auch die Magenverkleinerung hat eine stark eingeschränkte Nahrungsaufnahme zur Folge. Während Patienten bisher nachweisen mussten, dass sie sämtliche Möglichkeiten der Gewichtsregulierung bereits ausgeschöpft haben und nur noch ein chirurgischer Eingriff hilft, können sich Menschen mit einem BMI über 50 in Zukunft sofort operieren lassen. Auch für Patienten mit einem BMI über 40, die zusätzlich an Diabetes erkrankt sind, ist die OP ohne zusätzlichen Nachweis möglich.

Bei all dem darf man jedoch nicht vergessen, dass der chirurgische Eingriff niemals als alleinige Therapiemaßnahme dienen darf, sondern Bestandteil eines langfristig angelegten ganzheitlichen Therapieansatzes sein sollte, der auch Ernährungs-, Bewegungs- und Verhaltenstherapie umfasst und individuell auf den jeweiligen Patienten abgestimmt ist. Dabei ist es unerlässlich, dass Hausärzte, Psychologen, Ernährungsmediziner und Chirurgen eng zusammenarbeiten, um eine optimale Behandlung zu gewährleisten.  Auf diese Weise können nicht nur erhebliche psychische, physische und soziale Belastungen für Betroffene eingedämmt werden. Auch die hohen Kosten, mit denen sich das Gesundheitssystem durch die Behandlung von Adipositas und ihre Folgeerkrankungen konfrontiert sieht, lassen sich so vermeiden.

Die metabolische Chirurgie hat sich im Kampf gegen Adipositas als äußerst erfolgreich erwiesen. Die jüngste Aktualisierung der Medizinischen Leitlinien macht es Betroffenen nun einfacher, die zuständige Krankenkasse zur Kostenübernahme für eine OP zu bewegen. 

Die metabolische Chirurgie hat sich im Kampf gegen Adipositas als äußerst erfolgreich erwiesen. Die jüngste Aktualisierung der Medizinischen Leitlinien macht es Betroffenen nun einfacher, die zuständige Krankenkasse zur Kostenübernahme für eine OP zu bewegen. 

Sie haben noch Fragen zur Adipositasprävention und –therapie oder interessieren sich für den Gesundheitsschutz allgemein? Einer unserer kompetenten Mitarbeiter steht gerne telefonisch, per Mail oder persönlich für Sie zur Verfügung. Wir vom medical Büro für Arbeit & Umwelt Service GmbH freuen uns, Ihnen helfen zu können!