Ob im Labor, im Behandlungszimmer oder im OP – in medizinischen Berufen leisten die Hände Schwerstarbeit. Aggressive Reinigungsmittel, häufiges Händewaschen und langes Tragen von Handschuhen strapazieren die Haut enorm. Kein Wunder also, dass Hauterkrankungen zu den häufigsten Berufskrankheiten im Gesundheits- und Wohlfahrtswesen zählen. Dabei wäre ein Großteil der beruflich bedingten Hauterkrankungen vermeidbar – unter Beachtung weniger Maßnahmen zu Hautschutz und Händehygiene.

Pflichten von Arbeitgebern und Arbeitnehmern

Arbeitgeber sind laut Arbeitsschutzgesetz (ArbSchG) dazu verpflichtet, ihre Beschäftigten durch geeignete Schutzmaßnahmen vor gesundheitlichen Gefährdungen am Arbeitsplatz zu schützen. Das gilt auch für die Händehygiene. Folglich  müssen Sie als Vorgesetzter Ihren Angestellten geeignete Schutzmittel zur Verfügung stellen und über den richtigen Hautschutz aufklären. Vermitteln Sie Ihren Beschäftigten alles Wissenswerte zum Thema Hautschutz in einer Unterweisung und hängen Sie einen Hautschutzplan gut sichtbar im Betrieb auf. Geeignete Vorlagen finden Sie bei der BGW.

Die Beachtung der getroffenen Schutzmaßnahmen liegt nicht nur im Interesse des Arbeitnehmers. Dieser ist dazu verpflichtet, den gewissenhaften Hautschutz auch wirklich im Arbeitsalltag umzusetzen und die zur Verfügung gestellte Persönliche Schutzausrüstung (PSA) zu tragen.

Effektiver Hautschutz mit Handschuhen

Die wichtigste Schutzmaßnahme in medizinischen Berufen sind Handschuhe. Diese bieten einen zuverlässigen Infektionsschutz bei Kontakt mit Blut, Sekreten und Ausscheidungen und schützen die Hände vor aggressiven Desinfektions- und Reinigungsmitteln. Aber auch der richtige Umgang mit Handschuhen will gelernt sein, damit diese nicht selbst zur Belastung für die ohnehin schon strapazierte Haut werden. Gerade luft- und feuchtigkeitsundurchlässige Materialien bergen ein zusätzliches Risiko. Zudem reagieren manche Menschen allergisch auf Gummizusatzstoffe oder Latex. Außerdem eignet sich nicht jeder Handschuh für jede Tätigkeit. Stellen Sie Ihren Beschäftigten ausschließlich geeignete Handschuhe in der richtigen Größe und Passform bereit, die auch wirklich für den jeweiligen Zweck gedacht sind. Damit sich Wärme und Feuchtigkeit bei längerem Tragen nicht im Handschuh stauen, sollten Sie zusätzlich Baumwollhandschuhe anbieten, die unter dem eigentlichen Schutzhandschuh zu tragen sind.

Unterweisen Sie Ihre Angestellten im richtigen Umgang mit Schutzhandschuhen: Einmalhandschuhe wirklich nur einmal tragen, Handschuhe nur über saubere und trockene Hände ziehen und sofort wechseln, wenn diese von innen feucht werden.

Hautschutz- und Hautpflegecremes – Soforthilfe für gestresste Haut

Auch das regelmäßige Eincremen der Hände ist für effektiven Hautschutz wichtig. Hautschutz- und Hautpflegecremes versorgen trockene und gereizte Hände mit wertvollen Fetten und Feuchtigkeit und reparieren die natürliche Schutzbarriere der Haut. Darum sollte man die Hände auch mehrmals täglich eincremen: zu Arbeitsbeginn und Arbeitsende und vor jeder hautbelastenden Tätigkeit, z.B. vor dem Tragen von Schutzhandschuhen. Stellen Sie den Beschäftigten Hautschutz- und Hautpflegecremes in Tuben oder Spendern zur freien Verfügung bereit. Achten Sie darauf, dass das Produkt frei von Duft- und Konservierungsstoffen ist, um etwaigen allergischen Reaktionen vorzubeugen.

Hände desinfizieren statt waschen

Das am meisten unterschätzte Risiko im Hautschutz geht von Wasser aus. So neigen Angestellte im Gesundheitswesen dazu, ihre Hände viel zu häufig zu waschen. Mit jedem Wasserkontakt wird die natürliche Schutzschicht der Haut jedoch immer mehr angegriffen. Dabei ist es in den meisten Situationen deutlich sinnvoller, die Hände zu desinfizieren. Das ist nicht nur hygienischer, sondern auch deutlich schonender zur Haut, da Desinfektionsmittel die Fette der Haut zwar löst, im Gegensatz zu Wasser aber nicht abspült. Folglich ist Händewaschen im Grunde genommen nur dann nötig, wenn die Hände sichtbar verschmutzt sind. Dazu sollten Sie Ihren Angestellten eine pH-hautneutrale Waschlotion zur Verfügung stellen.