Arbeitsunfälle, ein Brand oder ein Stromausfall – es gibt viele Gründe für Notfälle am Arbeitsplatz. Damit das gesamte Team weiß, was zu tun ist, und den Schaden so gering wie möglich halten kann, ist eine regelmäßig wiederkehrende Notfallübung unerlässlich.

Sinn und Zweck der Notfallübung

Eine Notfallübung ist wichtig, damit die Mitarbeiter eines Unternehmens nicht nur die theoretischen Grundlagen zum Umgang mit Krisensituationen kennenlernen, sondern deren Umsetzbarkeit auch einmal an einem möglichst real wirkenden Szenario am eigenen Körper erfahren können. Das nimmt den Beteiligten die Angst vor Notfällen und sorgt dafür, dass diese im Fall der Fälle wissen, was zu tun ist und nicht in Panik zu geraten. Außerdem deckt eine Notfallübung etwaige Unstimmigkeiten im Notfallplan auf, die in der Nachbereitung verbessert werden können.

Notfallsituationen im Gesundheitswesen

Notfallsituationen sind in Einrichtungen im Gesundheitsdienst und der Wohlfahrtspflege vielfältig und reichen weit über die Patienten-Notfälle hinaus. So sind auch die Mitarbeiter einem erhöhten Risiko, einen Arbeitsunfall zu erleiden, ausgesetzt. Besondere Gefährdungen ergeben sich durch Nadelstichverletzungen, Verätzungen beim Umgang mit Gefahrstoffen und Bisswunden in der Veterinärmedizin. Genau wie in jedem anderen Betrieb kann aber natürlich auch in der Arztpraxis ein Feuer ausbrechen, ein Blitz einschlagen oder ein Stromausfall für plötzliche Alarmbereitschaft sorgen. Nicht zuletzt zählen auch kriminelle Ereignisse wie Einbruch, Diebstahl und Vandalismus zu den Notfallsituationen, die ein durchdachtes Notfallmanagement erfordern.

Die verschiedenen Arten der Notfallübung

Die Notfallübung kann auf ganz verschiedene Art und Weise angegangen werden. So wird der Notfall bei einer Planbesprechung nur theoretisch durchgegangen, was zwar leicht umsetzbar ist, womöglich aber nicht alle Probleme im betrieblichen Notfallmanagement aufdeckt. Weitaus effektiver ist schon die Stabsübung, bei der der Krisenstab des Unternehmens intern das Verhalten im Notfall übt. Bei der Vollübung nehmen auch außerbetriebliche Organisationen wie Polizei, Feuerwehr und Rettungsdient teil. Das ist zwar aufwendiger, aber auch äußerst effektiv. Vollübungen bieten sich gerade bei der Brandschutzübung an.

Notfallübung erfolgreich planen und durchführen

Grundlage der Notfallübung stellt der Notfallplan dar. Dieses Dokument sollte alle wichtigen Informationen zum Vorgehen in einer Notfallsituation enthalten. Das umfasst insbesondere Hinweise zu Löscheinrichtungen, der Gestaltung von Flucht- und Rettungswegen sowie der Organisation der Ersten Hilfe. Der Notfallplan sollte gut sichtbar im Unternehmen ausgehangen werden. Außerdem dient er als Schulungsmaterial für die Mitarbeiterunterweisungen. Zum betrieblichen Notfallmanagement gehört es, Ersthelfer, Brandschutzbeauftragte und Brandschutzhelfer zu benennen. In der Notfallübung übernehmen diese wichtige Aufgaben wie z.B. bei einem Arbeitsunfall die Durchführung der lebenserhaltenden Maßnahmen bis zum Eintreffen des Notarztes bzw. die sichere Evakuierung des Gebäudes im Brandfall. Notfallübungen sollten beim ersten Mal angekündigt und danach überraschend durchgeführt werden, Polizei und Feuerwehr sind jedoch gerade bei Vollübungen rechtzeitig zu informieren.

Notfallübung auswerten

Nach abgeschlossener Notfallübung ist es wichtig, das Geschehene nicht einfach auf sich beruhen zu lassen, sondern ausführlich auszuwerten. Dabei ist zu prüfen, ob die im Voraus definierten Ziele erreicht wurden oder noch Nachbesserungsbedarf besteht. Das betrifft bspw. die schnelle Evakuierung, das Absetzen des Notrufs und den Umgang mit Feuerlöscheinrichtungen. Bei der Auswertung der Notfallübung sollten sämtliche Teilnehmer und Helfer einbezogen werden, um das betriebliche Notfallmanagement effektiv zu verbessern und bestehende Sicherheitsrisiken zu minimieren.