Hygienebegehung im Krankenhaus
Gesundheitsschutz

Dem Thema Hygiene kommt im Krankenhaus besondere Bedeutung zu. Wo tagtäglich kranke und geschwächte Menschen ein- und ausgehen, ist die Gefahr groß, sich mit Krankheitserregern zu infizieren. Entsprechend wichtig ist es, die Ansteckungsgefahr auf ein unvermeidbares Minimum zu begrenzen. Dafür ist ein gewissenhaftes Hygienemanagement unerlässlich, welches das Krankenhauspersonal dazu verpflichtet, hohe Hygienestandards einzuhalten. Im Rahmen einer Hygienebegehung wird der Ist- mit dem Soll-Zustand verglichen und geprüft, ob die Hygienestandards ausreichend Beachtung finden und die gesetzlichen Vorgaben erfüllt werden. Wie eine solche Hygienebegehung im Krankenhaus aussehen kann und was es dabei zu beachten gilt, haben wir für Sie zusammengefasst.

Hygienebegehung: Ziele und Nutzen

Die Hygienebegehung im Krankenhaus dient dazu, die vorhandenen Hygienestandards einer Einrichtung zu ermitteln sowie die Einhaltung gesetzlicher Bestimmungen und Normen wie dem Infektionsschutzgesetz (IfSG) und den Richtlinien des Robert-Koch-Instituts zu überprüfen. Auf diese Weise lassen sich nosokomiale Infektionen verhindern und die Weiterverbreitung übertragbarer Krankheiten vermeiden. Das kommt nicht nur dem Patientenschutz, sondern auch der Gesundheit und Sicherheit der Mitarbeiter zugute. Wissenslücken des Personals können identifiziert und beseitigt und bestehende Standards kontinuierlich verbessert werden.

Hygienebegehung im Krankenhaus 2

Wo erhöhte Infektionsgefahr besteht, ist eine penible Einhaltung von Hygienestandards besonders wichtig.

Wer ist für die Hygienebegehung verantwortlich?

Krankenhäuser unterliegen gemäß §36 IfSG der infektionshygienischen Überwachung durch das Gesundheitsamt. Diese führen vermehrt anlassbezogene und routinemäßige Hygienebegehungen in medizinischen Einrichtungen durch.

Die Krankenhäuser können aber auch interne Hygienebegehungen veranlassen. Damit kommen sie den Gesundheitsämtern entgegen und können selbst überprüfen, ob sie die gesetzlichen Vorgaben pflichtgemäß umsetzen oder noch Nachholbedarf besteht.

Für Organisation und Durchführung der internen Hygienebegehung im Krankenhaus sind sogenannte Hygienefachkräfte verantwortlich. Dabei handelt es sich um Krankenschwestern bzw. Krankenpfleger mit einer Weiterbildung für Krankenhaushygiene.

Der Hygienebeauftragte kann die Hygienebegehung eigenständig durchführen. Manchmal ist aber auch die Teilnahme weiterer Personen sinnvoll. Das betrifft meist die Fachbereichs- bzw. Stationsleitung und ggf. weitere Verantwortliche für das Hygienemanagement.

Wie oft wird sie durchgeführt?

Es existieren derzeit keine gesetzlichen Vorschriften zur Häufigkeit der Hygienebegehung. In der Praxis hat sich aber die jährliche Wiederholung der Hauptbegehung bewährt. Darüber hinaus können in kürzeren Abständen Teilbegehungen der einzelnen Fachbereiche oder zu einer bestimmten Thematik, z.B. der Händehygiene stattfinden.

Hygienebegehung im Krankenhaus: Das wird geprüft

Um potentielle Hygienemängel aufzudecken, besichtigt der Hygienebeauftragte im Rahmen der Hygienebegehung alle infektionsrelevanten Bereiche und Stationen. Dabei werden u.a. folgende Aspekte geprüft:

  • Hygieneplan: Ist ein Hygieneplan vorhanden und vollständig (inkl. Reinigungs- und Desinfektionsplan)? Wurde er von den Mitarbeitern zur Kenntnis genommen und unterzeichnet?
  • Hygiene bei der Medizinprodukteaufbereitung
  • Hygienedisziplin des Personals: Werden die Maßnahmen zur Händehygiene und Flächenreinigung eingehalten?
  • Personenschutzmaßnahmen: Wurden Maßnahmen zur Aufbereitung und Aufbewahrung von Berufskleidung getroffen? Welche Vorgaben zum Tragen von PSA existieren?
  • Anforderungen an die baulich-funktionelle Gestaltung: Sind Fußböden, Wände und Decken intakt, sauber und wischdesinfizierbar? Ist das Mobiliar zweckmäßig, intakt und sauber? Entsprechen Wasserarmaturen der Richtlinie des RKI?
  • Anforderungen an technisch-apparative Ausstattung
  • Organisation von Desinfektionsmaßnahmen
  • Umgang mit Medikamenten
  • Abfallentsorgung
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Die Durchführung und Ergebnisse der Hygienebegehung müssen schriftlich dokumentiert werden.

Nicht vergessen: Begehungsprotokoll anfertigen

Die Durchführung und Ergebnisse der Hygienebegehung sollten Sie in jedem Fall dokumentieren. So steht Ihnen diese jederzeit als Nachweis zur Verfügung und lässt sich auch bei Nachbegehungen als Vorlage nutzen. Ihr Begehungsprotokoll sollte folgende Punkte beinhalten:

  • Ort
  • Datum
  • Teilnehmer
  • Auswertung

Sollten sich Mängel ergeben haben, müssen Sie auch diese dokumentieren. Halten Sie schriftlich fest, welche Nachbesserungen erforderlich sind, um die Mängel zu beheben und definieren Sie Fristen und Zuständigkeiten.

 

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